Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 187 f.

Ruaha (d. i. Fluß) oder Großer Ruaha, der bedeutendste Nebenfluß des Rufiji (s.d.) in Deutsch-Ostafrika. Er entsteht aus mehreren Quellflüssen, die am Nordhang des Kipengere (s. Livingstonegebirge) in fast 3000 m Mh. entspringen, als Mpangali oder Ruaha und fließt nordwärts. 78 km von den entlegensten Quellen vereinigt er sich mit dem Mparali, der von r. kommt und ebenfalls im östl. Livingstonegebirge entspringt. Dieser Fluß ist an der Vereinigungsstelle nach Richtung, Wassermenge und Länge, bis hierher 118 km, der Hauptfluß. Der R. fließt nunmehr in großem Bogen auf der Sohle des hier sehr ebenen Ruahagrabens (s. Njassa und Ostafrikanischer Graben). Dieser Graben wird im NW durch eine 200 m hohe, recht deutliche Bruchstufe nach Usafua (s.d.) hin begrenzt. Die Wand auf der andern Seite, nach Uhehe (s.d.) hin, ist viel weniger klar kenntlich. Weiter nach NO ist letzterer Steilabfall kräftiger ausgebildet, dann aber der der gegenüberliegenden Seite undeutlich. Es ist zum mindesten zweifelhaft, ob der Graben über 7 1/2 ° s. Br. nordwärts hinausreicht. An der Grenze von Uhehe und Ussagara (s.d.) nimmt der R. von r. den Kisigo auf und schlägt dessen Richtung ein. Bald darauf mündet von 1. der Lukosse. Nun strömt der R. in dem tiefeingeschnittenen Durchbruchstal zwischen den genannten Landschaften und mündet, ohne schiffbar zu werden, auf der Grenze von Mahenge und Kutu in den Rufiji. Die Länge des Mparali - R. bis hierher beträgt 757 km, damit übertrifft er den Rufiji, der nach der Wassermenge und, an der Mündungsstelle selbst, auch der Richtung nach Hauptfluß ist, um etwa 143 km.

Uhlig.