Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 184

Roter Hund, Dermatitis hidrotica (Plehn), Entzündung der oberen Hautschichten, unter der in feuchtwarmen Klimaten zahlreiche Europäer stark zu leiden haben. Durch das häufige Schwitzen werden die oberen Hautschichten gelockert, entzündet und zum Teil abgestoßen. Dadurch werden die feinen Nervenendigungen in der Haut bloßgelegt, und es entsteht ein schmerzhaftiges Prickeln und Stechen, das zu häufigem Jucken anregt. Durch das Jucken wird die Entzün dung natürlich stets heftiger, und die be treffenden Hautstellen erscheinen entzündlich gerötet. Dem Grade nach kann die Affektion sehr stark variieren, aber dabei selbst zu recht schweren Zuständen führen. Am wichtigsten ist die Vorbeugung des Leidens durch regelmäßiges Entfernen des Schweißes (Baden) und Tragen zweckmäßiger Unterwäsche, die sehr oft gewechselt werden muß. Starkes Reizen der Haut durch Frottieren ist stets - auch beim Abtrocknen - zu vermeiden. Zur Be handlung helfen nicht stets die gleichen Mittel bei allen Patienten; bald hilft Einpudern, bald Abtupfen mit Spiritus und andere Medikamente; manchmal ist Aufsuchen einer kühleren Gegend nötig.

Martin Mayer.