Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 178

Ringwurm, tropischer Ringwurm, Dhobie itch = Wäscherkrätze in Ostasien genannt; wissenschaftlicher Name Tinea circinata. Es handelt sich um eine weit in den Tropen verbreitete Hautkrankheit, die besonders da, wo feuchtes Klima herrscht, häufig auftritt. Der Erreger ist ein Fadenpilz, der auch Dauerformen, sog. Sporen, bildet. Die Pilze wuchern, von der Hornschicht der Oberhaut ausgehend, allmählich in tiefere Schichten dieser und verursachen dabei entzündliche Vorgänge der Oberhaut. So entstehen zuerst kleine rötliche Knötchen, dann allmählich Flecke, die schließlich zu größeren Herden zusammenschmelzen und dabei bogenförmige oder ringförmige Gestalt im weiteren Verlauf annehmen, daher ,,R." (Wurm ist ja ein populärer Name für viele langsam fortschreitende Hautaffektionen). Besonders da, wo die Haut leicht schwitzt und durch Reibung der Wäsche aufgelockert wird, siedeln sich die Pilze an; solche Stellen sind Hodensack, Schenkelbeugen, Damm, Achseln, Knöchelgegenden. Es besteht meist ein äußerst starker Juckreiz, und durch das gegen ihn angewandte Kratzen werden die Pilze nur weiter in die Haut eingerieben und das Leiden so nur verschlimmert. Das an sich harmlose Leiden kann wegen dieses starken Juckens ev. zur Tropendienstuntauglichkeit führen. Die Übertragung geschieht oft durch die Wäsche, die Pilzsporen enthält, daher "Dhobie iteh". Die Behandlung muß stets eine sehr gründliche sein, da bei dem tiefen Eindringen der Pilze die Dauerformen (Sporen) oft den Mitteln schwer zugänglich sind, unter günstigen Bedingungen (Rückkehr in heiße feuchte Klimate) wieder auskeimen und so Rückfälle verursachen. Bestimmte vom Arzt auszuwählende Salben, wie Chrysarobin (s.d.), Naphthol, Ichthyol u. a. sind die anzuwendenden 'Mittel. S.a. Tokelau - Ringwurm.