Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 176

Rinderseuche, ansteckende, schnell verlaufende Krankheit, die durch die spezifischen Bakterien der Wild- und R. verursacht wird und außer Rindern Pferde, Schweine, ferner auch Rot-, Dam- und Schwarzwild befällt. Sie tritt entweder in Form einer Lungen - Brustfellentzündung (Brustform) oder als schwere Allgemeinerkrankung mit Anschwellung der Haut und des Unterhautbindegewebes an verschiedenen Körperteilen (Hautform) auf. Bei der Brustform sind Atembeschwerden, bei der Hautform Anschwellungen am Kopfe, Halse und Triele die Haupterscheinungen. Außer der Haut und Unterhaut kann auch die Zunge so stark geschwollen sein, daß sie aus dem Maule heraushängt. Weitere Krankheitserscheinungen sind: hohes Fieber, Appetitmangel, große Mattigkeit und gegen das Ende der Krankheit Atemnot und Kolikerscheinungen. Die Rinder erkranken gewöhnlich an der Hautform, das Wild dagegen an der Brustform der Seuche. Die R. unterliegt nach dem neuen deutschen Viehseuchengesetz der Anzeigepflicht und veterinärpolizeilichen Bekämpfung. Mit der R. ist nahe verwandt die Büffelseuche (s.d.) oder Barbone.

v. Ostertag.