Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 132

Rauschbrand, ansteckende, durch den R.bazillus verursachte, schnell verlaufende Krankheit des Rindes, die nur in bestimmten Gegenden (R.distrikten), auch in den Kolonien Deutsch-Südwestafrika), vorkommt. Der R. ist in den meisten Fällen durch das Auftreten von Anschwellungen gekennzeichnet, die unter der Haut liegen, gashaltig sind und deshalb beim Darüberstreichen mit den Fingern knistern (rauschen). Bei starken Anschwellungen kann die Haut auffällig kühl und unempfindlich werden (Brand). Entweder gleichzeitig mit den Anschwellungen oder schon vor deren Auftreten zeigen die Tiere die Erscheinungen einer schweren Allgemeinerkrankung, Appetitmangel, Aufhören des Wiederkauens und Mattigkeit. Die Krankheit endigt in der Regel nach 1-3 Tagen mit dem Tode. Sie unterliegt im Deutschen Reiche und in den Kolonien der Anzeigepflicht und veterinärpolizeilichen Bekämpfung. Durch Impfung mit R.material, das durch eine bestimmte Art der Erhitzung abgeschwächt worden ist, können Rinder gegen die Erkrankung an R. geschützt werden. Diese Impfung empfiehlt sich dort, wo der R. ständig auftritt und regelmäßig größere Verluste hervorruft.

v. Ostertag.