Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 125

Ramsay, Hans von, ksl. Hauptmann a. D., geb. 18. Mai 1862 zu Tinwalde, Kr. Löbau (Westpr.). R. wurde 1882 Offizier in der preußischen Armee und ging 1886 nach Ostafrika, zunächst mit den Gebrüdern Denhardt (s.d.) in das Witugebiet. Seit Febr. 1889 Offizier der Wissmanntruppe, später der ksl. Schutztruppe, machte er die meisten Gefechte und Expeditionen dieser Truppen mit. 1890 Stationschef in Bagamojo, 1891 Bezirksamtmann in Lindi, dann zeitweilig in Kamerun. 1893/98 wieder in Ostafrika; er gründete als Chef des Tanganjikabezirks die Station Udjiji und bereiste Urundi und Ruanda. 1898/90 wurde R. zur Kolonialabteilung kommandiert, dann Generalbevollmächtigter der Gesellschaft Nordwestkamerun (s.d.); er erforschte und kartierte das wenig bekannte Gebiet der Gesellschaft und entdeckte u.a. das Reich Bamum. 1906/07 vermaß und erforschte er im Auftrage des Reichs-Kolonialamts das Gebiet der Gesellschaft Südkamerun (s.d.). Seit 1907 Lehrer am Orientalischen Seminar, studierte er gleichzeitig Jura und machte 1910 das Referendarexamen. 1912/13 wurde er mit der Oberleitung der Expeditionen zur Vermessung der neuen Ostgrenze von Kamerun (s. Grenzexpeditionen, Kamerun) beauftragt. Schriften: Uha, Urundi und Ruanda, Mitt. a. d. d. Schutzgeb., Bd. X 1897; Über die Expedition nach Ruanda und zum Rukwasee, ZGErdk. 1898; Abschn. Deutsch-Ostafrika, Geschichte und allgemeine Entwicklung und Kamerun in "Die deutschen Kolonien" von Kurt Schwabe, Berl. 1909/10.