Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 111

Prügelstrafe, eine Form der körperlichen Züchtigung, welche in den afrikanischen Schutzgebieten und Kiautschou, z.Z. auch in Deutsch-Neuguinea, gegen erwachsene männliche Eingeborene angewandt wird. Über die Vollstreckung der P. im allgemeinen siehe "Körperliche Züchtigung". Die Vollstreckung der P. erfolgt mit einem von dem Gouverneur genehmigten Züchtigungsinstrument. Als solches ist in Deutsch -Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika die Nilpferdpeitsche, dort "Kiboko", hier "Schambock" benannt, in Kamerun und Togo das Tauende eingeführt. Nach dem Runderl. des Gouverneurs von Deutsch - Südwestafrika vom 22. Dez. 1905 (KolGG. S. 284) soll der Schambock etwa 80 - 100 cm lang sein. Am Schlagende soll er rund und glatt sein und einen Durchmesser von 1 cm besitzen. Dort dürfen sich unter keinen Umständen Knoten oder sonstige Vorsprünge befinden. Auch darf in die Rille der Haut kein Draht oder dgl. eingenäht sein. Entsprechende Vorschriften enthält die V. des Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika vom 6. Juli 1906 (KolGG. S. 274) in bezug auf den Kiboko. Für das Tauende als Züchtigungsinstrument ist für Togo durch V. des Gouverneurs vom 2. Juli 1909 (KolGG. S. 359) eine Länge von ungefähr 60 cm und eine Stärke von 2 - 2 1/2 cm vorgeschrieben. Es dürfen nur vom Gouvernement verabfolgte Tauenden in Gebrauch genommen werden, welche vor dem erstmaligen Gebrauch mittels eines Hammers oder Holzstücks weich zu klopfen sind. Auch auf Reisen darf die P. nur mittels des genehmigten Züchtigungsinstruments vollzogen werden. S.a. Körperl. Züchtigung.

Gerstmeyer

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