Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 66

Piroplasmen sind mikroskopisch kleine, birnenförmige, weidenblattförmige oder mehr rundliche, zu den Protozoen gehörige Schmarotzer, die an den roten Blutkörperchen haften und als Krankheitserreger bei den Haustieren eine Rolle spielen. P. sind festgestellt beim Rinde als Erreger des Texasfiebers (s.d.), des Küstenfiebers (s.d.) und der Piroplasmosen des Pferdes (Pferdemalaria), Schafes und Hundes, die unter den Erscheinungen der Blutarmut, unter Umständen verbunden mit Gelbsucht, verlaufen. Mit Rücksicht auf letztere Erscheinung wird die Pferdepiroplasmose von den Engländern als "Biliary fever", die Hundepiroplasmose als "Malignant protozoon jaundice" bezeichnet. Bei der Piroplasmose der Schafe kann auch Hämoglobinurie (s.d.) auftreten. Die Übertragung der Piroplasmosen erfolgt durch Zecken.

v. Ostertag.