Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 48

Pfeil und Klein- Ellguth, Joachim Graf von, Kammerherr und Rittergutsbesitzer, Dr. phil., geb. 30. Dez. 1857 zu Neurode (Glatz). P. hielt sich 1873/83 in Südafrika auf, teils als Farmer, teils als Forschungsreisender (Limpopo). Nach Deutschland zurückgekehrt trat er der "Gesellschaft für deutsche Kolonisation" (s.d.) bei und machte mit Peters (s.d.) und Jühlke (s.d.) 1884 die ersten Erwerbungen, die den Grundstock des heutigen Schutzgebiets Deutsch-Ostafrika bildeten. P. gründete dann die Station Simatal, erwarb 1885 durch Verträge die Landschaften Kutu und Mahenge und untersuchte den Lauf des Rufiji. 1887/89 war er im Dienst der Neuguinea - Kompagnie (s.d.) auf Neuguinea und dem Bismarckarchipel tätig; er bereiste 1889/90 zum Studium kolonialer Verwaltungen Holländischund Britisch - Indien, ferner 1891 Deutsch-Ostafrika und 1892/93 Deutsch - Südwestafrika zwecks Ansiedlung von Buren. 1897/1907 machte er mehrere Forschungsreisen in Marokko und besuchte 1904 die Vereinigten Staaten. Schriften: Vorschläge zur praktischen Kolonisation, Berl. 1888; Studien und Beobachtungen in der Südsee, Braunschweig 1896; Beitrag zur Frage der Deportation, Berl. 1898; Warum brauchen wir Marokko? München 1904; Beobachtungen auf Reisen in Marokko, Zeitschr. d. geogr. Ges. Jena 1902 u. 1903; Zur Erwerbung von Deutsch -Ostafrika, Berl. 1907.