Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 29

Pelele (vom Jao-Wort lupelele, die Oberlippenzier schlechthin), Literaturbezeichnung für die mehr oder minder großen Pflöcke oder Scheiben, die die Völker des südlichen Deutsch-Ostafrika und des Njassagebietes, die Jao, Makua, Makonde, Matambwe, Wangindo (s.d. betr. Art.) usw., in ihre durchbohrte Oberlippe einfügen (s. Tafel 117). Bei den Makonde, die der Sitte am allgemeinsten huldigen, tragen die Zierate je nach Durchmesser und Höhe verschiedene Namen. So heißt der Pflock bis 3 cm Durchmesser und 2,5 cm Höhe ndedewére; die Scheibe von 4 cm Durchmesser und 2 cm Höhe kajopotóbwe; Scheiben von 4-5 cm Durchmesser bei 3-4 ein Höhe lidundúle (plur. ma-); solche von gleichem Durchmesser, aber nur 2 cm Höhe ndonja (pl. dindonja). Die größten Scheiben endlich, solche von 6-7,5 cm Durchmesser und 2-3 cm Höhe, die von den ältesten Frauen getragen werden, heißen litenge (pl. matenge). Bei den Makua, die auch einen Unterlippenstift kennen, heißt dieser nigulila. Die zierlichen Oberlippenpflöcke dieses Volkes heißen mtati (pl. mi-).

Literatur: Weule, Wissenschaftl. Ergebn. m. ethnogr. Forschungsreise in den Süden Deutsch - Ostafrikas. Mitt. a. d. d. Schutzgeb., Erg. -Heft. I. Berl. 1908.

Weule.