Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 696

Ovambandjeru, Name des östlichen Zweiges der Herero (s.d.) in Deutsch-Südwestafrika. Die O. sind ursprünglich wohl keine ganz reinblütigen Herero. Während Schinz in ihnen ein aus der gleichen zentralafrikanischen Heimat stammendes Volk erblickt, das erst später mit den Herero zu einer gemeinsamen Volksmasse verschmolzen sei, sieht Irle in ihnen nahe Verwandte der Betschuanen (s.d.). Jedenfalls unterscheiden sie sich äußerlich von den eigentlichen Herero durch ihre geringere Größe und durch eine etwas andere Hautfarbe. Indessen sind die um 1890 im östlichen Hererolande ansässigen O. so nahe mit den Herero verwandt, daß man dem erstgenannten Forscher recht geben muß, wenn er beide Stämme durchaus als ein Volk behandelt. Die O. haben in sehr unliebsamer Weise von sich reden gemacht, als sie im Jahre 1896 in Gemeinschaft mit den Kauashottentotten (s.d.) sich erhoben. Nach verschiedenen Gefechten gelang es, des Aufstandes Herr zu werden, doch war die Unbotmäßigkeit des Stammes Ursache zur Hinrichtung des O.häuptlings Kahimema.

Literatur: H. Schinz, Deutsch-Südwestafrika Lpz. 1891. - J. Irle, Die Herero. Gütersloh 1906.

Dove.