Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 674

Oldoinjo Lengai, d. i. der Berg des Gottes (Massai-Sprache). Er liegt der Ostafrikanischen Bruchstufe (s.d.) ostwärts vorgelagert, südlich vom Magad (s.d.) und erhebt sich aus 800 m hoher, öder Grasbüschelsteppe bis zu ziemlich genau 2900 m Mh. als feingeformte Vulkanpyramide. Durch einen vulkanisch aufgeschütteten, 1500 m hohen Sattel, der selbst Kraterbildungen trägt, hängt der O. L. mit der Bruchstufe zusammen. Seine Gipfelfläche trägt verschiedene Kraterbildungen, einen älteren Krater im SO, an den sich nach NW ein anderer anschließt, dessen ursprüngliche Anlage halb zerstört ist. In dieser Ruine ist eine schneeweiße Ebene aufgeschüttet, aus der sich eine zentrale, zwei nördliche Boccen erheben. Ihnen entströmen Dämpfe und Gase, von Zeit zu Zeit Sodaschlamm, der über die Flanken des O. L. hinabströmend, Rinnen und Rippen weiß färbt. Der Vulkan befindet sich in einer Art Solfatarentätigkeit. An den Hängen des Berges und in den sehr tiefen Schluchten zeigen sich lediglich Tuffe; vielleicht überdecken sie ältere Laven. Die Vegetation besteht in den unteren Teilen aus Gras, weiter hinauf aus filzartig dichtem, 2 m hohem Gestrüpp, das noch den älteren Krater fußhoch bedeckt. Der Name des Berges deutet auf die Erinnerung der Massai an ältere größere Ausbrüche.

Literatur: C. Uhlig, Kilimandscharo, Meru und Großer Natronsee, Mitt. Ges. f. Erdk. Lpz. 1911.

Uhlig.