Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 672

Okawango, im Oberlaufe Kubango (s.d.), einer der drei ständig fließenden Flüsse in Deutsch-Südwestafrika. Vom Angolagebiet aus nördlicher Richtung kommend, bildet er von der Stelle an, wo er unter 18 1/2° ö. L. seine Ostbiegung, vollzieht, auf etwa 400 km die Nordgrenze der Kolonie. Bei Libebe tritt er mit abermaliger Wendung nach Süden in den Caprivizipfel (s.d.) ein, den er nach einem Laufe von 50 km Länge wieder verläßt, um schließlich (ehemals als Tioge) der Senke des Ngamilandes zuzuströmen, in deren abflußlosem Gelände der Fluß sein Ende findet. - Das Gebiet des O. zeichnet sich in seinen südlichen Landschaften durch außerordentliche Flachheit aus. Beweisend dafür ist schon der Umstand, daß ein Zusammenhang zwischen ihm und dem zum Sambesigebiet gehörenden Maschi-Linjanti (s. Maschi) besteht. In seinem eigentlichen Unterlaufe bildet er mehrere, zum Teil in Sümpfen erstickende Arme. Dagegen ist das Gefälle des Flusses auf der innerhalb des Caprivizipfels durchflossenen Strecke stärker, das Tal weniger breit als unterhalb, und an einigen Stellen bildet der im Mittel 500 m breite Fluß sogar kleinere Stromschnellen und Wasserfälle (s. Tafel 156).

Literatur: S. Passarge, Die Hydrographie des nördlichen Kalaharibeckens. Berl. 1901. - F. Seiner, Ergebnisse einer Bereisung des Gebiets zwischen Okawango und Sambesi, Mitt. a. d. d. Schutzgeb. Berl, 1909.

Dove.