Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 668

Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria (O.M.I. = Oblati Mariae Immaculatae), Katholische Missionsgesellschaft. 1816 von Abbé Mazenod in Aix (Provence) ursprünglich für Volksmissionen gestiftet, dehnte die Genossenschaft bald ihre Tätigkeit auf die Heidenmission in den Vereinigten Staaten, Kanada, Ceylon, Natal, Kimberley, Transvaal aus. Nachdem sie schon vorher deutsche Patres in ihren Missionen verwandt und 1881 eine Missionsanstalt bei Houthem in Holland (Limburg) errichtet hatte, übernahm sie 1892 den nördlichen Teil von Deutsch-Südwestafrika (Präfektur Unter- Cimbebasien) und gründete zu diesem Zwecke ein Scholastikat in Hünfeld (danach Hünfelder Oblaten genannt), 1903 ein Brüdernoviziat mit Kolonialschule in Engelport (s.d.) bei Treis (Diözese Trier). Stärker als andere deutsche Missionsgenossenschaften sind die Mitglieder der deutschen Provinz auch für innere Mission und auf den übrigen Missionsgebieten der Gesamtgenossenschaft tätig. Sitz des Generals (Erzbischof Dontenwill) in Rom, des deutschen Provinzials (P. Kassiepe) in Hünfeld. Organ: Maria Immaculata. Hilfswerk. Marianischer Missionsverein.

Literatur: Die Kongregation der PP. Oblaten der unbefleckten Maria. Hünfeld o. D. - Blüten u. Früchte vom heimatlichen u. auswärtigen Missionsleben (Broschürensammlung). Fulda 1912. - Heimbucher, Die Orden u. Kongregationen der katholischen Kirche III, 333 ff. Paderborn 1907.

Schmidlin.