Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 613

Nadelhölzer. Von den näheren Verwandten unserer N. kommen im tropischen Afrika nur die Cupressineengattungen Juniperus (s. Usambarazeder) und Callitris und die Taxaceen-Gattung Podocarpus (s.d.) vor. Callitris Whytei ist ein großer in der Jugend benadelter, später kleine angedrückte Blätter tragender großstämmiger Baum der Milanjiberge (bei 2000-3000 m) und Westusambaras. Sein Holz gilt für wertvoll und leicht zu bearbeiten. Andere N. finden sich im Bergwald Neuguineas in Höhen von 900-1700 m oder 2000 m. Hier wachsen die riesige Araucaria Hunsteini, die harzreiche Dammarfichte (Agathis dammara) mit breiten, flachen Lederblättern und wohl auch Taxaceen (Phylloeladus) und Cupressaceen (Libocedrus). Entfernter mit unseren N. verwandt sind die Cycadeen, kurzstämmige Pflanzen mit einem Schopf großer Fiederblätter. Aus dem Stamm mancher Arten wird Stärke gewonnen. Als Strand- und Waldpflanze des tropischen Ostafrika kommt Cycas circinalis, ebenfalls am Strand und in der Buschsteppe in Bondei und Usambara Encephalartos Hildebrandtii vor. Noch weiter weichen die Gnetaceen ab, zu denen die Kameruner Waldliane Gnetum africanum (eßbare längliche Blätter) und die merkwürdige Tumboa Bainesii (=Welwitschia mirabilis) der Namib in Deutsch-Südwestafrika gehören (s. Tafel 207). - In Kiautschou sind künstliche und natürliche Bestände der Kiefer Pinus Thunbergii vorhanden. Andere N. werden dort als Zierbäume gezogen, so Lebensbäume (Thuja gigantea), die breitblätterige Ginkgo biloba und virginischer Wacholder (Juniperus virginiana).

Literatur: H. Meyer, D. Kolonialreich. Lpz. u. Wien 1910, II. - Engler, Pflanzenwelt Afrikas. Lpz., Engelmann, II, 1.

Büsgen.