Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 609

Mwei. Die M. gehören zu der großen Gruppe der Fangstämme (s. Fang), sind also Sudantämme mit Bantusprache. Sie sitzen nördlich des Kampo, im Gebiet seiner Nebenflüsse, auf dem Hochland von Südkamerun. Sie gleichen in Sitten und Gebräuchen sehr den Ntum (s.d.), die im Westen von ihnen bis fast zur Küste hin sitzen, die auch mit ihnen fast die gleiche Sprache haben. Die M. teilen sich in zwei Komplexe; der eine sitzt im Westen zwischen Biwume und Nso, der andere östlich des Mwila. Zwischen beide schiebt sich ein Keil von Ntum ein, aber nur ganz im Norden an der Grenze des Bulelandes haben sich diese mit den M. gemischt. Auch die M. beginnen, wie die Ntum, ihre Tracht aufzugeben, sich die Haare kurz zu schneiden und europäische Stoffe zu tragen. Nur die Frauen zeigen sich wie bei den Ntum konservativ. Das Land ist Urwaldgebiet, die Flüsse sind zur Regenzeit sehr schwer zu überschreiten.

Literatur: Zimmermann, Das Gebiet der Mtum und Mwei. KolBl. 1910, 459 ff.

Passarge-Rathjens.