Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 595

Mpapua, Ort in Deutsch- Ostafrika, war früher Militärstation, dann Sitz eines Bezirksamts, jetzt ist es Nebenstelle von Dodoma (s.d.) mit Polizeiposten. M. liegt 1030 m ü. d. M. in Ugogo (s.d.) nahe der Grenze. Südlich von Gneisbergen, die den Ort um 600 m überragen, ist M. auf einer muldenförmigen Fläche erbaut, die zum Kinjasungwi- Mukondokwa (s. Mukondokwa) entwässert wird. Trotz dieser Lage hat M. nur 610 mm Regen (zehnjähriges Mittel). Es liegt im Regenschatten von Ussagara. Der kühlste Monat ist der Juli mit 19,2°, der wärmste der Nov. mit 24,4 °, das Jahresmittel ist 21,7°, die mittlere tägliche Schwankung beträgt 11,2°. M. war früher als Pforte für Ugogo wichtig. Heute ist es ein absterbender Ort, weil die Zentralbahn ihren Weg in einem Abstand von 10 km nehmen mußte. - M. ist Sitz des Tierseucheninstituts für Deutsch- Ostafrika. Das unter Gouverneur Schnee erbaute Institut, dem der Veterinärbakteriologe Dr. Wölfel vorsteht, dient zurzeit in erster Linie der Herstellung von Rinderpestserum zur Bekämpfung der in Deutsch-Ostafrika herrschenden Rinderpest und im übrigen der Erforschung und Bekämpfung aller sonstigen im Schutzgebiete vorkommenden Tierseuchen.

Uhlig.