Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 590

Morobe, Regierungsstation am Adolfhafen, im Süden von Kaiser- Wilhelmsland (Deutsch-Neuguinea), auch Postagentur. Die Station ist besetzt mit einem Stationsleiter, einem Polizeimeister und 50 Polizeisoldaten. Sie ist vor allen Dingen bestimmt, den Grenzverkehr im Süden von Kaiser-Wilhelmsland zu überwachen. Außer einigen Goldsuchern und Paradiesvogeljägern befinden sich europäische Niederlassungen zurzeit noch nicht im Gebiete der Station. Die Zahl der weißen Ansiedler beträgt (1913) 12, darunter 3 Kinder. Die Missionierung erfolgt durch die Neuendettelsauer Missionsgesellschaft (s.d.). Die Eingeborenen sind bis zum Oberlauf des Waria, wohin die Station Wege angelegt hat, in die Verwaltungsorganisation eingegliedert. Gezählt sind bis jetzt (1913) 53 Dorfschaften in den Landschaften Waria, Piowaria, Aru, Wakaya, Bubu und Huongolf. Die Zahl der Eingeborenen dieser Landschaften beträgt 5205 Seelen, darunter 1837 Männer, 1803 Frauen und 1565 Kinder. Den Verkehr mit der Station M., die seit 1910 für den Auslandsverkehr geöffnet ist, vermittelt der Reichspostdampfer Manila, der dort auf seinen zehnwöchentlichen Fahrten zwischen Rabaul und Singapore vorläuft.

Krauß.