Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 589

Moose, eine Abteilung der Kryptogamen, ausgezeichnet durch einen Generationswechsel, der ähnlich verläuft wie der der Farne (s.d.), nur stellt hier die erste ungeschlechtlich aus Sporen erzeugte Generation die Moospflanze dar, die zweite geschlechtlich durch Kopulation von Eizelle und Spermatozoid entstandene ist ein Gebilde, das man Mooskapsel nennt. - Die M. sind über die ganze Erde verbreitet, in den Gebirgen gehen sie in Gemeinschaft mit Flechten von allen Pflanzen am höchsten, in der arktischen und antarktischen Zone am weitesten nach Norden bzw. Süden. Nach dem Standort kann man sie als erd- und als baumbewohnende unterscheiden. In den Tropen fallen am meisten die letzteren auf, namentlich in deren nebelreichen Gebirgswäldern, wo sie je nach der Art die Baumzweige bald in dicken Polstern umkleiden, bald strähnenartig von ihnen herabhängen. Biologisch sind sie dadurch bemerkenswert, daß sie einen hohen Grad von Trockenheit ertragen, auf Tage und Wochen ganz dürr werden können, ohne ihre Lebensfähigkeit dabei zu verlieren.

Volkens.