Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 563

Mirambo, der größte Held aus der Geschichte der Wanjamwesi (s.d.), in Deutsch-Ostafrika. M. hatte mit seinen Rugaruga, seinen Kriegern, um 1870 den ganzen Nordwesten von Unjamwesi erobert, schlug 1871 die gegen ihn ins Feld ziehenden Araber und erstürmte auch deren Handelsemporium Tabora. Auch die von Süden her ins Land gedrungenen Watuta (s.d.) zwang er zu seiner Gefolgschaft und siedelte sie in den Landschaften Ugalla und Ugomba an. Nach seinem 1886 erfolgten Tode versuchte der Unjanjembefürst Sikki oder Sike das rasch zerfallende Reich von neuem zur Blüte zu bringen, doch hat das die Besetzung Taboras durch die deutsch-ostafrikanische Schutztruppe 1890 und Sikkis Tod in seinem eigenen Quikuru (s.d.) verhindert.

Literatur: Wissmann, Unter deutscher Flagge quer durch Afrika. Berl. 1889. 5. Aufl., 1902. - Graf Schweinitz, In Deutsch-Ostafrika in Krieg und Frieden. Berl. 1894.

Weule.