Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 562

Minsirowald, große Waldfläche in Deutsch-Ostafrika. Nach den Feststellungen des Forstassessors Dr. Holtz im Jahre 1907 erstreckt sich der M.-W., die einzige Holzquelle größeren Umfanges im deutschostafrikanischen Seengebiet, die den Holzmarkt desselben nachhaltig mit großen Mengen Holz aller Sortimente versehen kann, von Deutsch- Buddu im Kagerabogen bis ins englische Gebiet hinein. Der Wald umfaßt ca. 29 800 ha mit verstreuten größeren und kleineren Grasflächen. Bestocktes Areal ca. 20000 ha. Sumpfwaldcharakter tritt nur in der Nähe des Kagera und der kleineren, mit ihm in Verbindung stehenden Wasserläufe hervor. Hier verschwindet der sonst vorwaltende Podocarpus milanjianus var. arborescens (musisimu) und wird ersetzt durch den brettwurzelbildenden "musilu". Meist Kernwuchshochwald mit ziemlich deutlicher Scheidung von Ober- und Unterbestand, ersteres bis 30 m hoch. Einzelmischung überwiegt. Bodenbedeckung krautartige Gewächse und Gras. Boden fetter Ton und tonhaltige alluviale Lehme. - Durchschnittliche Stammzahl pro ha 450 Oberholz, 1300 Unterholz; Oberbestand hat ca. 25 m, Unterbestand ca. 12 m Höhe im Mittel. Der Haubetrieb würde eine nutzbare Holzmasse von ca. 70 Festmeter pro ha liefern; der ganze Vorrat ist auf ca. 1400 000 Festmeter geschätzt bei einer Jahreslieferung von 50000 Festmeter.

Danckelman.