Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 558

Militärbeamte sind alle im Heere und in der Marine sowie bei den Schutztruppen für das Bedürfnis des Heeres oder der Marine oder der Schutztruppen dauernd oder auf Zeit angestellten, nicht zum Soldatenstande gehörenden und unter dem Kriegsminister oder Staatssekretär des RMA. oder ferner dem Staatssekretär des RKA. stehenden Beamten, welche einen Militärrang haben. Es macht dabei keinen Unterschied, ob sie einen Diensteid geleistet haben oder nicht. M., die im Offiziersrang stehen, sind obere, alle anderen M. sind untere M. Sie gehören mit den Personen des Soldatenstandes zusammen zu den Militärpersonen. Nach § 3 des Gesetzes, betr. die Ksl. Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten und die Wehrpflicht daselbst vom 18. Juli 1896 gelten alle den Schutztruppen zugeteilten Beamten als M. Zivilbeamte der Militärverwaltung, das sind Beamte ohne Militärrang, gibt es also bei den Schutztruppen nicht; demnach sind z. B. die Proviantamtsbeamten, Bekleidungsamtsbeamten, Militärbaubeamten, die im Heere Zivilbeamte der Militärverwaltung sind, bei den Schutztruppen M., sie unterstehen also der Militärgerichtsbarkeit, und für sie gelten alle die M. betreffenden Sondervorschriften. Die M. in den Schutzgebieten sind gleichzeitig Kolonialbeamte (s.d.); auf sie findet demnach das KolBG. v. 8. Juni 1910 mit den in den §§ 52 bis 54 gegebenen Einschränkungen Anwendung.

Nachtigall.