Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 556

Mikindanischichten. Mit diesem Namen bezeichnet Bornhardt die fossilfreien, lockeren, jungen, oberflächlichen Ablagerungen aus Sanden, Kiesen, Tonen und Lehmen, die im Küstengebiet von Deutsch-Ostafrika die jungtertiären marinen Sedimente überlagern und sich weit landeinwärts bis auf die Hochländer des Innern verfolgen lassen. Es sind pleistozäne Ablagerungen, die zum Teil erhebliche Mächtigkeit erreichen - bis über 60 m, ja über 100 m - und fluviatiler Entstehung sind. Besonders charakteristisch sind sandige, oft rot gefärbte Lehme mit groben Gerölllagen. Interessant ist es, daß sich diese Ablagerungen mit Geröllen, die aus den inneren Hochländern stammen, sogar noch auf den vorgelagerten Inseln finden, selbst auf Pemba, was beweist, daß der 800 m tiefe Kanal zwischen Pemba und dem Festlande erst in allerjüngster geologischer Vergangenheit eingebrochen sein kann.

Gagel.