Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 553

Methylenblau, ein zuerst von Caro dargestellter Anilinfarbstoff , der sich vom Thionin ableitet und als ein Tetramethylthioninehlorid (C16H18N3SC1 + 3H20) aufzufassen ist. Er kommt gewöhnlich als Chlorzinkdoppelsalz in den Handel. Er löst sich mit prachtvoll blauer Farbe in Wasser und Weingeist. Seine Verwendung ist außerordentlich vielseitig, er ist namentlich ein sehr beliebter Baumwollfarbstoff. Auch zum Färben mikroskopischer Präparate wird er viel benutzt. Das chlorzinkfreie reine Präparat der Höchster Farbwerke, das sog. "Methylenblau medicinale Höchst" wird seit einigen Jahren auch medizinisch als Mittel gegen Malaria innerlich angewandt (0,1 g 3-4mal täglich in Gelatinekapseln), ohne daß es dem Chinin an Wirksamkeit gleichkäme. Nach Einnehmen von M. nimmt der frisch gelassene Harn eine grünliche Färbung an, welche bei längerem Stehen desselben an der Luft allmählich in Blau übergeht. Diese Färbung kann nach einer einmaligen M.gabe mehrere Tage anhalten.

Giemsa.