Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 550

Messen. Um den Beamten und Militärpersonen Gelegenheit zu geben, ihre Mahlzeiten in regelmäßigen Zeiträumen gemeinschaftlich einzunehmen, sind in manchen Kolonien gemeinsame Speiseanstalten - Messen - auf amtliche Rechnung eingerichtet und mit Inventar ausgestattet worden. Wo solche Einrichtungen bestehen, ist die Teilnahme obligatorisch, soweit die Satzungen dies bestimmen. Die Vorschriften über die Messeeinrichtung erläßt der Reichskanzler (§ 5 KolBG.). Die Bestimmungen über die M. sind teils in den Verpflegungsvorschriften (s.d.), teils in besonderen Satzungen enthalten (abgedruckt in Tesch, Die Laufbahn der deutschen Kolonialbeamten). In Deutsch-Ostafrika bestehen M. für die Schutztruppenangehörigen, die früher gleichfalls vorhandenen Beamten-M. sind neuerdings aufgehoben worden. In Deutsch-Südwestafrika bestehen ein Kasino und eine "zweite M." in Windhuk, ersteres für Offiziere und Oberbeamte, letztere für mittlere Beamte und die ihnen entsprechenden Schutztruppenangehörigen. Die Mitglieder zahlen Eintrittsgeld oder Beiträge, haben für die Erhaltung des Inventars zu sorgen und haften für die M.- schulden. Die Verwaltung untersteht der Kontrolle des Gouverneurs. - Im übrigen sind auch von Privatgesellschaften für ihre Angestellten M. eingerichtet worden.

v. König.