Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 518f

Marshallinseln, apostolisches Vikariat. Das Gebiet wurde 1899 auf Wunsch der Regierung in Angriff genommen, seit 1905 ist es selbständiges Vikariat der Missionare vom hl. Herzen Jesu (s.d.). Die Erfolge der erst spät eintretenden katholischen Mission sind numerisch verhältnismäßig gering, aber qualitativ gute zu nennen; die Schwierigkeiten liegen im Charakter und in den Sitten der Bevölkerung. Juli 1913 waren 6 Patres, 5 Brüder und 14 Schwestern im Vikariat. 5 Hauptstationen (Jaluit, Arubo, Menen, Likieb, Arno) und 3 Nebenstationen beherbergen 676 Christen und 72 Katechumenen; in 11 Schulen sind 247 Kinder gesammelt. Augenblicklich sind 6 Pensionate mit 45 Knaben und 79 Mädchen vorhanden. Das Deutsche wurde hier bald Unterrichts- und Bildungssprache. In Krankenpflege wird sowohl von den Schwestern (Missionsschwestern vom hl. Herzen Jesu, s.d.) als von den Missionaren viel getan; die Missionsgesellschaft ließ in den letzten Jahren gegen 50 Missionare speziell dafür ausbilden.

Literatur: Gott will es. M.-Gladbach 1909, 10, 312. - Missionsberichte, Weißbuch. Mirbt, Mission u. Kolonialpolitik. Tübingen 1910, 64. - Monatshefte, Hiltrup, fortlaufend. - Linckens, Missionspflicht u. Missionsdienst. Hiltrup 1910, 431. - Ders., Auf den Marshallinseln, Hiltrup 1912. - Schmidlin, Die Kath. Missionen in den deutschen Schutzgebieten. Münster 1913, 182ff.

Schmidlin.