Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 473

Madurafuß, nach der Stadt Madura in Südindien benannte, durch Fadenpilze verursachte Erkrankung der Füße, seltener auch der Hände. Die Krankheit kommt vor in Britisch- und Holländisch-Indien, Ägypten, Madagaskar und verschiedenen Gegenden Afrikas, wo sie in Nord-, West- und Ostafrika beobachtet ist (von unseren Kolonien in Deutsch-Ostafrika, Kamerun und Deutsch- Südwestafrika), auch aus Europa und Süd- und Nordamerika ist sie vereinzelt beschrieben worden. Die Erreger sind Pilze verschiedener Arten, die offenbar frei in der Natur vorkommen, durch kleine Wunden eindringen und sich in dem erweichten Gewebe enorm vermehren. Es kommt zu Schwellungen mit Fistelgängen, Zerstörung der Knochen und schließlich zu sekundären Infektionen der Lymphwege, die nach längerem Siechtum zum Tode führen, wenn das befallene Glied nicht rechtzeitig amputiert wird.

Martin Mayer.