Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 473

Madjedje oder Madschedsche, 1. Landschaft Deutsch-Ostafrikas auf dem linken Ufer des Rowama (s.d.) zwischen 38° und 38 1/2° ö. L. Sie gehört zu denjenigen Binnengebieten des Vorlandes von Deutsch-Ostafrika (s.d. 5), deren Bild durch die Inselberge (s. Tafel 97) bestimmt ist., Sie treten hier in großer Anzahl auf, erreichen in den M.-Bergen 600 m relative, 920 m absolute Höhe, bestehen aus Gneis, der sich jäh über die aus jüngeren Deckschichten bestehenden Flächen erhebt. Diese sind weithin mit Trockenwald und Baumgrassteppe bedeckt. Der ständig wasserführende Mohesi (oder Muhuwesi) und der Limassule (oder Lumessule) durchfließen M. zum Rowuma (s.d.) hin. - Das Land unmittelbar am Fuß der Inselberge hat ziemlich fruchtbaren Boden, ist vor allem oft weniger wasserarm als das übrige Gebiet. Hier finden sich deshalb spärliche Siedlungen und Anbau von Sorghum, Mais, Maniok, Bohnen. Vieh fehlt der Tsetse (s.d.) wegen. Jao (s.d.) und Makua (s.d.) bilden die dünne Bevölkerung der Gegend. - 2. Insel im Victoriasee (s.d.)

Literatur: Zu 1: W. Bornhardt, Zur Oberflächengestaltung u. Geol. DOA.s. Berl. 1900. - F. Fülleborn, Das deutsche Njassa- u. Buwuma-Gebiet. Berl. 1906.

Uhlig.