Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 466

Lukugabahn. Die Compagnie des chemins de fer du Congo superieur aux grands lacs Africains hat die Vorarbeiten für die L., eine Querverbindung vom Kongo zum Tanganjikasee, ausgeführt und den Bau in der 1 m-Spur unternommen. Die Bahn soll am schiffbaren Lualaba (Kongo) bei Kabalo südlich Kongolo, beginnen, sich dann in das Tal des Lukuga wenden und diesem stromaufwärts auf seinem linken Ufer in östlicher Richtung bis zu seinem Austritt aus dem Tanganjikasee, südlich Albertville, folgen. Die Länge der Bahn soll 271 km betragen. Mit der Ausführung, der besondere Schwierigkeiten nicht entgegenstehen, ist begonnen, mit der Vollendung frühestens im Jahre 1914 zu rechnen. Die L. ist von besonderem Interesse für das deutsche Schutzgebiet von Ostafrika, weil sie über den Tanganjikasee hinweg gewissermaßen die westliche Fortsetzung der Ostafrikanischen Mittellandbahn von Daressalam über Tabora nach Kigoma bildet. Durch die L. wird also die deutsche Mittellandbahn mit dem Bahn- und Wasserstraßennetz der belgischen Kongokolonie, insbesondere mit dem "Transcongolais" (s. Kongobahnen) in Verbindung gesetzt. Die genannte Baugesellschaft hat zum Zwecke des Bahnbaus und der Vervollständigung ihrer Fahrzeuge und Dampfer ihr Aktienkapital von 50 auf 72 Mill. Franken erhöht. S.a. Afrikanische Eisenbahnen.

Baltzer.