Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 408

Kwei (Kwai) ist eine Siedlung in Deutsch-Ostafrika in Westusambara, 1634 m ü. M. K. wurde als landwirtschaftliche Versuchsstation des Gouvernements 1896 in einem weiten Hochtal auf Veranlassung von F. Stuhlmann (s.d.) gegründet und die ersten 5 Jahre von Eick geleitet. Umfassende Versuche mit Kulturgewächsen gemäßigter und subtropischer Zonen wurden angestellt. Ebenso sehr befaßte man sich mit Tierzuchtversuchen, vor allem mit Kreuzungen. Europäische Bullen wurden mehrfach eingeführt und so allmählich eine heute in stattlicher Zahl hier und in der weiteren Umgebung vorhandene Kreuzungsrasse mit dem einheimischen Buckelrind (s. Rindviehzucht) erzielt, die mehr Milch und Fleisch gibt als jenes. Die Ergebnisse der Pflanzungsversuche waren grundlegend für die Arbeit der heute in den höheren Teilen Westusambaras bestehenden Ansiedlungen. Später wurde K. als Domäne des Gouvernements bezeichnet und schließlich dem langjährigen Pächter Illich verkauft. Praktische und mehr noch wissenschaftliche Bedeutung haben die in K. eine Reihe von Jahren mit großer Sorgfalt angestellten Witterungsbeobachtungen (Zahlen s. unter Usambara).

Uhlig.