Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 406

Kutu, früher K'hutu geschrieben, ist eine Landschaft im Vorland von Deutsch-Ostafrika (s.d. 5), erstreckt sich vom Ost- und Südfuß des Ulugurugebirges bis gegen den Rufiji hin. K. ist etwa 7000 qkm groß, wird vom Kingani (s.d.) nebst Mgeta durchströmt. Die starkwellige Ebene steigt als Hügelland gegen das Gebirge an; in dem Gebiet zwischen der Südecke Ulugurus und dem Rufijiknie wird K. bergig, hat Erhebungen bis zu 700 m Meereshöhe, wie die Muhaberge und den Hatambulo (s. Luhembero). Geologisch liegt hier ein Übergangsgebiet; das Bergland besteht in seiner größeren nordwestlichen Hälfte aus Gneis, nur im Südosten aus Karruschichten (s. Karruformation). Die Vegetation dieser höhergelegenen Teile ist wesentlich üppiger als die der Ebene. Hier dürften, ebenso wie in Kissaki (s.d.), dem Hauptort, die Regenmengen 1000 mm übersteigen, während sie weiter östlich im Regenschatten von Usaramo vermutlich geringer sind. Während der zweiten Hälfte der Regenzeit sind die tieferen Landesteile dauernd überschwemmt durch die Wassermassen, die von Uluguru herabkommen. K., insbesondere seine südlichen Teile, sind wenig bewohnt, ziemlich wildreich. Die Zahl der Wakutu (s.d.) dürfte 15000 betragen. Dazu kommen Wangoni (s. d.) und andere seßhaft gewordene Eindringlinge, ferner an den Rändern der Landschaft Wakami und Wasaramo, zusammen vielleicht 2000. Danach wäre die Volksdichte 2 1/2. Doch ist die Verteilung sehr ungleichmäßig. Sorghum und Mais sind die wichtigsten Feldfrüchte. Wenig Kleinvieh. Politisch gehört K. zum größten Teil zum Bezirk Morogoro, der Südosten zum Bezirk Rufiji.

Uhlig.