Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 392

Kunene, der nordwestliche Grenzfluß des Schutzgebiets Deutsch-Südwestafrika. Der K. nimmt seinen Ursprung auf dem Hochland von Bihe im mittleren Angola, nicht weit von dem Quellgebiet des Kubango-Okawango. Er strömt zunächst in südlicher Richtung, biegt dann noch nördlich von der Nordgrenze des deutschen Ambolandes nach Südwesten um und bildet von 14 1/2° ö. Br. an bis zum Ozean selbst die Trennungslinie zwischen dem deutschen und dem portugiesischen Gebiet. Gewaltige Katarakte bezeichnen einen Teil der Strecke. In der ebeneren Landschaft dagegen besitzt er während der Regenzeit ein Überschwemmungsbett von rund 1 km Breite, während er in der trockenen Zeit auf etwa den zehnten Teil zusammenschrumpft. Von großer Bedeutung ist das zeitweilige Ausströmen von Wasser während des Hochstandes nach Süden, in das Amboland (s.d.) und ehemals wohl noch weiter nach Süden, bis in die flache Senke der Etosapfanne (s.d.).

Literatur: G. Hartmann, Beitrag zur Hydrographie und Orographie des nördlichen Kaokofeldes. Lpz. 1904.

Dove.