Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 386

Kuhn, Philalethes, Dr., Prof., Oberstabsarzt a. D., Erster Assistent am Institut für Hygiene und Bakteriologie der Universität Straßburg, geb. am 13. Sept. 1870 in Berlin. Kaiser-Wilhelms-Akademie Berlin, 1895 Assistenzarzt in der preußischen Armee, seit 1896 im Kolonialdienst und zwar bis Anfang 1905 in der Schutztruppe für Deutsch- Südwestafrika. 1897/98 Feldzug gegen die Swartboihottentotten und Nordwestherero, 18971900 Distriktschef von Grootfontein. Von 19051908 im Kommando der Schutztruppen im Reichs-Kolonialamt., 1909-1911 in der bakteriologischen Abteilung des Ksl. Gesundheitsamtes Berlin, von Anfang 1912 bis Anfang 1914 Oberstabsarzt der Schutztruppe und Medizinalreferent des Gouvernements Kamerun. 1914 ausgeschieden, in Straßburg an der Universität tätig. Hauptsächlich bekannt durch seine Verteidigung von Omaruru im Hereroaufstand (s.d.) 1904 und durch seine Tätigkeit in der Deutschen Kolonialgesellschaft (s.d.) und im Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft (s.d.), insbesondere bei der Schaffung des Elisabethhauses in Windhuk und des Heimathauses in Keetmanshoop. Organisierte das Kameruner Sanitätswesen und den Kampf gegen die Schlafkrankheit in Alt- und Neukamerun. -Arbeiten auf dem Gebiete der südafrikanischen Pferdesterbe (besonders in der Zeitschrift für Immunitätsforschung und experimentelle Therapie). Arbeiten auf dem Gebiete der Malaria, der Schlafkrankheit. Beleuchtung der Frage, ob Deutsch-Südwestafrika für die Aufnahme von Schwindsüchtigen geeignet ist. Untersuchungen über Irrenruhr. Feststellung der Erscheinung der "Paragglutination" der Bakterien (zus. mit Woithe). Untersuchungen der Pygmäen am Ssanga. Verfasser des Gesundheitlichen Ratgebers für Südwestafrika.. Mitbegründer und Herausgeber des Taschenbuchs für Südwestafrika.