Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 385

Kuhantilopen. Gruppe afrikanischer Antilopen, größeres Wild, bei denen beide Geschlechter Hörner tragen. Die Behaarung ist kurz und straff, das Widerrist hoch, der Rücken abschüssig; die Oberseite der unteren Hälfte des Schwanzes ist mit langen, starren Haaren besetzt. Man unterscheidet 2 Untergattungen, Bubalis und Damaliscus, die echten K., in Südafrika Hartebeest, in Deutsch-Ostafrika Kongoni genannt, mit sehr langen Schädeln und doppelt gebogenem Gehörn, und die Leierantilopen mit kürzeren Schädeln und einfach gebogenem Gehörn. Diese letzteren fehlen in Deutsch-Südwestafrika außer im Caprivizipfel und vielleicht noch im Ovambolande. Im Caprivizipfel lebt das Bastard-Hartebeest, auch Sassaby oder Tsessibi genannt, welches halbmondförmig gebogene Hörner und dunkelrotbraune Rumpffärbung hat. In Deutsch-Ostafrika kommt die Leierantilope in mehreren Rassen, die sich geographisch ersetzen, in den zum Tanganjika, Rukwa und Njassa abwässernden Gebieten vor, in Kamerun anscheinend nur im Tsadseebecken, in Togo nur nördlich vom 11. Grad. Die echten K. sind in Südwestafrika schon aus vielen Gegenden verschwunden, früher aber überall dort vorhanden gewesen. Vielleicht sind dort noch mindestens 6 geographische Rassen zu unterscheiden. In Deutsch-Ostafrika leben südlich von der Wembäre- und Massaisteppe und in den zum Njansa abwässernden Gegenden K. mit stark geknicktem Gehörn, nördlich davon solche mit schwächer geknicktem Gehörn. Westlich vom Njansa scheinen sie zu fehlen. Die vielen Rassen haben eine sehr beschränkte Verbreitung. In Kamerun sind K. bisher nur in den Steppengebieten bekannt geworden, in Togo kommen sie in nächster Nähe der Küste vor.

Matschie.