Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 378

Kreideformation (Kretazeische Schichten). Unter diesem Namen werden die Ablagerungen der jüngsten Epoche der mesozoischen Zeit zusammengefaßt, die aber in unseren Kolonien niemals aus Schreibkreide bestehen. Sie kommen sowohl im östlichen Küstengebiet von Ostafrika vor, wo sie zur unteren Abteilung der Formation gehörig die Ablagerungen der Juraformation überlagern und aus Kalksteinen, Mergeln, Sandsteinen bestehen, die zum Teil marine Fossilien, zum Teil die riesigen Dinosaurier enthalten, in ihren oberen Schichten aber anscheinend fossilfrei sind und dann, nach einer großen Lücke, zum Teil noch von den Ablagerungen der obersten Kreideformation bedeckt werden, die ebenfalls aus sandigen Kalksteinen (zum Teil mit Hippuriten) bestehen. In Kamerun sind in dem flachen Senkungsfeld um die Biafrabucht ebenfalls Ablagerungen der oberen Kreideformation vorhanden: Sandsteine und sandige Kalksteine, zum Teil mit zahlreichen marinen Fossilien. - Auch aus dem Küstengebiet von Kaiser- Wilhelmsland aus dem Torricelligebirge sind Ablagerungen der marinen Oberkreide bekannt geworden, die dort mit vulkanischen Gesteinen wechsellagern.

Gagel.