Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 373

Kratschi, Landschaft im Verwaltungsbezirk KeteKratschi (s.d.) mit der am Volta gelegenen Landeshauptstadt K. Die Landschaft K. im engeren Sinn umfaßt ein kleines zwischen dem Volta und dem unteren Oti gelegenes Gebiet, welches im Süden von der Landschaft Apaï, im Norden von der Landschaft Tschangboröng begrenzt wird. Die K.leute sind ethnologisch den Guangvölkern (s.d.) zuzurechnen. Sie sind vornehmlich Ackerbauer und betreiben im Volta und Oti sowie in den Nebenbächen dieser Flüsse die Fischerei. Das K.gebiet ist in der Hauptsache typische Baumsteppe und im allgemeinen nicht sehr fruchtbar. Bei der Landeshauptstadt K. in einer in einem Hain verborgenen Höhle ist der Sitz der Gottheit Länte (K.bezeichnung) oder Dente (Asantebezeichnung) gedacht, welche weit über die Landesgrenzen von K. hinaus zu großem Ansehen gelangt ist. Der Sitz des einflußreichen Läntepriesters befindet sich gleichfalls in der Landeshauptstadt K. Die Läntehöhle wurde 1912 vom Bezirksleiter zerstört. Der Läutepriester endete durch Selbstmord im Gefängnis. Politisch untersteht dem Oberhäuptling von K. noch die Landschaft Apaï (s.d.) und der südlichste Teil der Landschaft Tschangboröng (s. d.).

v. Zech.