Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 372

Krankenpflege. Die K. in den deutschen Schutzgebieten wird in erster Linie von den Krankenschwestern des Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Kolonien ausgeübt (s. Deutscher Frauenverein vom R. K.). Es sind zurzeit etwa 60 Schwestern dieses Vereins in allen Schutzgebieten tätig, hauptsächlich an den Europäerkrankenhäusern, aber auch als Gemeindeschwestern, Hebammenschwestern, in Schlafkrankenlagern usw. Außer diesen Schwestern sind in militärischen Lazaretten und auch in Gouvernementskrankenhäusern Sanitätsunteroffiziere der Schutztruppen an der K. der Europäer beteiligt. In den Krankenhäusern der katholischen Mission sind Katholische Missionsschwestern, in den Krankenhäusern der evangelischen Mission Missionare, Missionarsfrauen und Gehilfen in der K. tätig. In den Eingeborenenkrankenhäusern werden zur K. zumeist Eingeborene verwendet, welche zu diesem Zwecke nach Bedarf ausgebildet werden und sich hierzu häufig gut anstellig zeigen. In einigen Schutzgebieten, besonders in der Südsee, werden auch Eingeborene über den Krankenhausbedarf in der K. ausgebildet und dann in ihre Heimat entlassen, um dort einfache Hilfeleistungen zu übernehmen und schwere Kranke dem Krankenhause zuzuführen. Man hofft dadurch, das Vertrauen der Eingeborenen für den deutschen Arzt in weiteren Kreisen der Eingeborenen zu gewinnen.

Steudel.