Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 305

Kisiba, Landschaft in Deutsch- Ostafrika, am Westufer des Victoriasees, südlich des Kageraflusses, gehört zum Zwischenseengebiet (s.d). und ist etwa 1050 qkm groß. Die Höhenlage ist im Durchschnitt noch nicht 100 m über dem Victoriasee (1134 m); das Land ist flachwellig, hat sehr fruchtbare Böden mit Bananenhainen usw., aber auch reichlich viel Sumpf. K. gehört dem Häuptling Mutahangarua, der sich Sultan oder König nennt und der Residentur Bukoba (s. d.) untersteht. Der Hauptort von K. ist Bujangu. Die benachbarte Station Bwanja der Weißen Väter (s. d.) hat 1288 mm Regen im fünfjähr. Mittel. Kigarama, dicht am See, hat 1750 mm. In K. liegt auch Kifumbiro am Kagera mit einem Posten der 7. Kompagnie der Schutztruppe. Der Name K. wird auch in einem weiteren Sinn gebraucht (s. Uheia).

Literatur: H. Behse, Kiziba. Stgt. 1910. N. Weiß, Die Völkerstämme in Norden Deutsch-Ostafrikas. Bln. 1910.

Uhlig.