Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 259

Kete, Mohammedanerniederlassung bei der Hauptstadt Kratschi (s.d.) in der gleichnamigen Landschaft, im Verwaltungsbezirk Kete-Kratschi (s.d.) in Togo. K. war während der innerpolitischen Wirren im Gondja(Ngbangje)- Reich (s. Gondja) in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts an Stelle des darniederliegenden Salaga (s.d.) ein bedeutender Handelsplatz, in dem sich ein großer Teil des Sudanhandels (s.Togo, 12.Handel) konzentrierte. K. hat nach Wiederherstellung geordneter Zustände in und um Salaga seine damalige Bedeutung zum größten Teil wieder eingebüßt. Viel trugen zu dieser Einbuße Maßnahmen der Verwaltung der englischen Goldküstenkolonie bei, welche bezweckten, die Zufuhr von Kolanüssen nach K., auf deren Eintausch der Sudanhandel im wesentlichen beruht, zu erschweren. An der Spitze von K. steht ein von der Verwaltung eingesetzter Häuptling (Haussa). In K. befinden sich ferner ein Imam (s.d.) und mohammedanische Schriftgelehrte, welche in Privatschulen eine oberflächliche Kenntnis des Arabischen und des Korans verbreiten.

v. Zech.