Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 249

Kauashottentotten, Zweig der aus dem Kaplande in Deutsch-Südwestafrika eingewanderten Hottentotten (s.d.), der nach mancherlei Wanderungen im Namalande um die Mitte des verflossenen Jahrhunderts das Gebiet von Gobabis besetzte. Nach ihrem damals herrschenden, auch von den Weißen geschätzten Häuptling Amraal wurden die K. auch vielfach als Amraalsche Hottentotten bezeichnet, während sie nach der auf ihn folgenden Häuptlingsfamilie der Vledermuis später oft Fledermäuse genannt wurden. - Die K. wurden nach Amraals Tode bald zu den moralisch verkommensten Angehörigen des Hottentottenvolkes gezählt. Räubereien, ja selbst Totschlag und Mord waren an der Tagesordnung. Hatten schon die Eingeborenen im Osten des Schutzgebiets unzählige Klagen über sie laut werden lassen, so ermordeten sie 1893 auch einen weißen Händler, und 1895 befanden sie sich bereits in offener Widersetzlichkeit. Im Jahre 1896 waren sie es abermals, die sich an dem Aufruhr der Ovambandjeru (s.d.), des östlichen Zweiges der Herero (s.d.), beteiligten. Bei der Niederwerfung des Aufstandes wurden sie zersprengt und die Reste des übelberüchtigten Stammes nach Windhuk überführt.

Literatur: H. Schinz, Deutsch- Südwestafrika. Lpz. 1891. - K. Schwabe, Mit Schwert und Pflug in Deutsch-Südwestafrika. 2. Aufl., Berl. 1904.

Dove.