Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 248 f.

Katechumenen, bei den christlichen Missionen (den evangelischen und den katholischen) Bezeichnung für die Taufbewerber, die ein Vorbereitungs- und Prüfungsstadium, das sog. Katechumenat durchmachen müssen, bevor sie zur Taufe zugelassen und in die christliche Gemeinde aufgenommen werden. Durch diese Einrichtung sollen einerseits unwürdige Elemente von der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen werden, andrerseits die Bewerber erst die notwendige Vorbereitung erhalten. Dies geschieht außer durch die regelmäßige Seelsorge und die Gemeindepredigt durch besondere Veranstaltungen, z.B. durch (katechetischen) Unterricht über das Wesen des Christentums und seine Glaubens- und Sittenwahrheiten u.a. Die Zeit der Vorbereitung ist sowohl unter den evangelischen Missionsgesellschaften wie in der katholischen Mission verschieden. Je mehr bei ersteren die Verbindung zwischen den einzelnen Gesellschaften zunimmt, ist auch in diesem wichtigen Teil der Volkserziehung für die einzelnen Länder eine Übereinstimmung zu erwarten. In den Statistiken der meisten Missionsgesellschaften werden die K. mit aufgeführt, aber sie sind als erst angehende Christen in die Ziffern der christlichen Eingeborenen nicht aufzunehmen.

Literatur: O. Warneck, Evangelische Missionslehre, 3. Abt., 2. Hälfte. Gotha 1900, 251 ff.

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