Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 230

Kapitän, Polynemus quadrifilis C. V. (s. Tafel 79/80 Abb. 3), zur Familie der Polynemidae oder Fingerfische gehöriger, mit langen Fühlfäden versehener Seefisch der Küste Westafrikas. Die Duala nennen ihn "sê". Sehr häufig im Golf von Guinea und in den Mündungen der Zuflüsse, bevorzugt er Meeresgebiete mit schwachem Salzgehalt. Er soll bis zu 2 m lang und 70-80 kg schwer werden. Im Kamerunästuarium werden Exemplare bis zu 25 kg gefangen. Der K. gehört dort zu den häufigsten Formen. Sein Fleisch wird in frischem Zustand sehr hoch geschätzt. Gesalzen und getrocknet liefert es ein erstklassiges KlippfischProdukt (s. Fischindustrie), das sehr weiß ist und dieses Aussehen auch behält, ohne gelb zu werden. Man müßte aus dem K. eine Fischdauerware herstellen können, die auf dem Weltmarkt eine große Rolle spielen könnte. Es empfiehlt sich dringend, überall da, wo größere Mengen des K. gefangen werden, dahingehende Versuche zu machen. Nähere Angaben s. Fischindustrie.

Lübbert.