Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 142

Kaffernsprachen, die Sprachen der Kaffern (s.d.). Die zu den Bantusprachen gehörenden K. unterscheiden sich durch Lautverschiebung deutlich vom Soto (Sprache der Basuto und Betschuanen). Sie halten die Grundlaute k, t, p als Explosivlaute fest, während diese Laute im Soto zu Frikativen werden. Die Kaffern sitzen heute im alten Sprachgebiet der Hottentotten und haben deshalb nicht nur eine Reihe von Berg-, Fluß- und Flurnamen aus dem Hottentottischen beibehalten, sondern sie haben auch sonst eine große Anzahl hottentottischer Worte und mit ihnen die Schnalzlaute in ihre Sprache aufgenommen. Vgl. C. Meinhof, Hottentottische Laute und Lehnworte im Kafir. ZDMG. 1905. Es gibt eine große Anzahl von Grammatiken und Wörterbüchern und anderweitige Literatur, auch eine vollständige Übersetzung der Bibel in Kafir und in Sulu. Hier sei nur das wichtigste angeführt:

Literatur: W. Appleyard, The Kafir Language. KingWilliamstown, Lond. 1850. - J. Ayliff, A Vocabulary of the Kafir Language. Lond. 1846. - W. Boyce, A Grammar of the Kafir Language. Lond. 1844,1863. - J. W. Colenso, Zulu-English Dictionary. Natal 1905. C. J. Crawshaw, A First Kafir Course. Lovedale 1897. - N. Dahle, Kortfattet Zulugrammatik. Stavanger 1893. - W. J. Davis, A Grammar of the Kafir Language. Lond. 1872. - W. J. Davis, A Dictionary of the Kafir Language. Lond. 1872. - J. L. Döhne, A Zulu- Kafir Dictionary. Cape Town 1857. - L. Grout, The Isizulu. A Grammar of the Zulu language. Lond. 1859. - A. Kropf, A Kaffir-English Dictionary. Lovedale 1899. - J. N. A. McLaren, An Introductory Kafir Grammar. Lovedale 1886. S. Bantusprachen, Hottentottensprachen und Schnalzlaute.

Meinhof.