Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 105

Iramba, Landschaft in Deutsch- Ostafrika, ein Hochland von durchschnittlich 1600 m ü. M., unter 4 1/4° s. Br. im Osten der Wembäresteppe (1050 m ü. M., s.d.). I. gehört zum abflußlosen Wembäre-Njarasagebiet und ist eine nachWesten, Norden und Osten durch junge Brüche (s. Schollenland) abgegrenzte, horstartige Scholle, die durch den Kironda (an ihm in 1418 m Mh. die Farm Kirondatal) und andere Bäche nach W zum Wembäre entwässert wird, obwohl die allgemeine Abdachung der Scholle nach S gerichtet ist. Die Regenmenge dürfte 500 mm betragen. Grassteppe und Echter Laubbusch bedecken das wellige Land, über das viele kleine Siedlungen der Waniramba (s.d.) oder Wanijambi zerstreut sind; geschickte Ackerbauer, auch Viehzüchter. I. gehört zum Bezirk Kondoa- Irangi (s.d.). Das Grundgestein von I. ist Granit, neben dem Diorit auftritt. In der Grenzregion finden sich golddhaltige Quarzgänge, die sich bisher nicht als abbauwürdig erwiesen. Der Name I. wird gelegentlich auch auf das östlich benachbarte Issansu (s.d.) und einige weitere, kleinere Landschaften ausgedehnt. Dies I. im weiteren Sinn hat ungefähr 72000 Einwohner auf 2400 qkm Kulturland, d.h. hier eine Dichte von 30. Angebaut werden in I., wie auch in Turu (s. d.), hauptsächlich Sorghum, demnächst Pennisetum, Mais, Bataten, Erdnüsse, Bohnen (s. diese). Der Viehbestand von I. im weiteren Sinne wird auf 80000 Rinder, 70000 Stück Kleinvieh geschätzt; auch Eselzucht wird stark betrieben (vgl. Kondoa-Irangi).

Literatur: J. - Kuntz, Beitr. zur Geolog. Der Hochländer DOA.s. Z. f. prakt. Geolog. 1909. - F. Jaeger, Das Hochland der Riesenkrater usw. I u. II. (m. Karte). Mitt. a. d. d. Schutzgeb. Erg.-H. 4, 1911 und Erg.-H. 8, 1913. - E. Obst Die Landschaften Issansu und Iramba. Mitt. Geogr. Ges. Hmbg. 1912.

Uhlig.