Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 76

Horde. Dem asiatischen Ursprung der Bezeichnung entsprechend, die zunächst für Tatarenhaufen gebräuchlich war, ist unter H. eine Schar umherstreifender Menschen zu verstehen. Völkerkundlich ist neben der Unstetigkeit der Mangel oder die geringe Ausbildung einer staatlichen Organisation für die H. kennzeichnend. In H. leben daher z.B. die Buschmänner (s.d.) und Pygmäen (s.d.) Afrikas, die Weddahs von Ceylon, bei denen mehrere Familien eine lockere Gemeinschaft ohne höhere Organisation bilden, so daß ihnen u. a. die Möglichkeit geschlossenen Auftretens nach außen fehlt.

Literatur: Bruhns, Definition des Hordenvölkerbegriffs. Diss. Lpz. 1898.

Thilenius.