Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 74 f.

Holzhandel. Mit der Einfuhr von Hölzern beschäftigen sich in Deutschland zwei Gruppen von Handelshäusern; die einen befassen sich fast ausschließlich mit der Einfuhr von Hölzern aus Nordamerika und aus dem Norden Europas und Asiens, die anderen dagegen im wesentlichen mit den überseeischen, meist tropischen Nutzhölzern. Der Import wird entweder von Firmen ausgeführt, die ausschließlich Holzhandel treiben, daneben aber auch von solchen, die mit anderen Waren ihres Handelsgebietes auch Nutzhölzer importieren. Bekanntere, regelmäßig gebrauchte Nutzhölzer werden vielfach schon auf Abladung oder schwimmend gekauft, andere kommen dagegen unverkauft nach Hamburg, Bremen oder über Rotterdam in die Rheinhäfen und in den erstgenannten beiden Plätzen in die für diese Zwecke besonders errichteten, großen Holzlagerplätze, wo dieselben zwar für die Verzollung vermessen, aber unverzollt lagern können. Vielfach werden diese Hölzer heute schon bei ihrer Ankunft gleich nach der Entlöschung am Kai von Interessenten besichtigt und gekauft. Auf dem großen Holzlager in Hamburg-Rothenburgsort finden von Zeit zu Zeit Auktionen über die dort lagernden Hölzer statt, die von Käufern aus den Nachbarländern und aus dem Inlande besucht werden. - Für den Import der tropischen Hölzer ist es von Wichtigkeit, die Stämme draußen so zu bearbeiten und zuzuschneiden, wie es der Abnehmer wünscht. In der Regel werden hier bei neuen Hölzern vielfach grobe Fehler gemacht. Zunächst sollten nur vollständig fehlerfreie Stämme verschifft werden. Mangelhafte werden im lokalen Verbrauch genügend Abnahme finden, während sie bei der Einfuhr stets einen willkommenen Anhalt zur Bemängelung der Qualität geben und damit zu einer Herabsetzung der Preise führen. Rinde und Splint sind möglichst zu entfernen, da sie nur unnötig die Fracht erhöhen. Die einzelnen Stücke sind, wenn irgend möglich, so lang zu lassen, als dies die Transportverhältnisse zulassen, denn jede übermäßige Verkürzung schränkt die Verwendungsmöglichkeit der Hölzer ein. S.a. Nutzhölzer u. Bauholz.

Literatur: L. Hufnagl Handbuch der kaufmännischen Holzverwertung und des Holzkandels. Berlin 1910, Paul Parey. - E. Wiehe, Fremäe Nutzhölzer, Der Import und Handel sowie eine Beschreibung der gangbarsten Sorten. Bremen 1912, Franz Leuwer.

Voigt.