Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 74

Holothurien, Seewalzen, Seegurken, Klasse der Stachelhäuter, Tiere mit walzen- oder schlauchförmigem Körper, ohne festes Skelett (s. Tafel 191/92 Abb. 6). Sie bewegen sich kriechend. Einige Arten, insbesondere Holothuria eduhs Less., werden in China und Japan, nachdem sie gekocht, getrocknet, auch leicht geräuchert sind, unter dem Namen Trepang als Leckerbissen, auch als Aphrodisiakum hoch geschätzt. An der Küste von Deutsch-Ostafrika, insbesondere in der Nähe der Inseln Mafia und Ssongo-Ssongo kommen H. vor, die sich zur Anfertigung von Trepang eignen. Der Fang der H. und die Bereitung von Trepang ist hier auch von 1898-1907 von einer in Johannesburg ansässigen Gesellschaft, der "Trepang Limited" in großem Maßstabe betrieben, seither aber eingestellt. Im Bismarckarchipel und in den Westkarolinen werden gleichfalls H. gefangen. Die Ausfuhr an Trepang aus dem Gesamtschutzgebiet Deutsch-Neuguinea betrug 1911/12 ca. 68 000 kg im Wert von 32 000 M.

Lübbert.