Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 70

Hohenlohe-Graben, eine schmale, lange Senke, liegt im nördlichen Deutsch-Ostafrika; ihre tiefsten Teile werden vom Schilfsumpf Jaida, dem Hohenlohe-See eingenommen, in 1300 m Meereshöhe unter rund 4° s. Br. und 35° ö. L. Dem benachbarten Njarasasee (s.d.) ungefähr parallel streichen zwei Bruchstufen in der Richtung N 50° O auf etwa 90 km hin. Ihre Höhe überragt den Graben (s. Schollenland), den sie einschließen, um bis zu 400 m. Die Breite der Grabensohle ist durchschnittlich 12 km. Der von Osten herabkommende Jaidabach führt dauernd Wasser. Das Wasser des Sumpfes wird selbst in der Trockenzeit nicht salzig, obwohl er der Mittelpunkt eines kleinen, selbständigen, abflußlosen Gebiets ist, das 2700 qkm umfaßt. Nach Klima, Pflanzen und Tierwelt gehört das Gebiet zu den Hochländern, die sich westlich der Ostafrikanischen Bruchstufe (s.d.) ausdehnen. Das Gebiet ist so gut wie unbewohnt, großenteils zur Viehzucht geeignet.

Literatur: F. Jaeger, Das Hochland der Riesenkrater. I u. II (m. Karten). Mitt. a. d. d. Schutzg. Erg.-H. 4, 1911 u. Erg.-H. 8, 1913. E. Obst, Von Mkalama ins Land der Wakindiga. Mitt. Geogr. Ges. Hmbg. 1912.

Uhlig.