Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 67

Hinrichtung, die Vollziehung der durch Strafurteil erkannten Todesstrafe. In den Schutzgebieten hat der Gouverneur darüber zu bestimmen, ob sie durch Enthaupten, Erschießen oder Erhängen zu erfolgen hat (vgl. § 6 SchGG. in Verbindung mit § 9 Ksl. V. v. Nov. 1900, BGBl. S. 1005). Im Militärstrafverfahren (vgl. § 14 MStGB. und für die afrikanischen Schutzgebiete, die Allerh. V. betr. die Einführung der deutschen Militärstrafgesetze in den afrikanischen Schutzgebieten vom 26. Juli 1896, RGBL 1896 S. 669, für Kiautschou das G. betr. die militärische Strafrechtspflege im Kiautschougebiet v. 25. Juni 1900, RGBL S. 304) ist die Todesstrafe durch Erschießen zu vollstrecken, wenn sie wegen eines militärischen Verbrechens, im Felde auch dann, wenn sie wegen eines nicht militärischen Verbrechens erkannt worden ist. - Die H. Eingeborener erfolgt übungsgemäß durch Erhängen, in Deutsch-Neuguinea durch Erschießen.

Gerstmeyer.