Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 66

Hibiscus, eine artenreiche Gattung der Malvengewächse, die fast in allen Tropen verbreitet ist und vielseitige Verwendung findet. Es sind Bäume, Sträucher oder Kräuter mit großen, schönen Blüten, ähnlich der Baumwolle, und Kapselfrüchten. Wegen ihrer Blüten findet man die Hibiscusarten vielfach als Ziersträucher, so vor allem H. rosa sinensis. Von manchen werden die Blätter als Gemüse gegessen und aus den Samen fette Öle gewonnen. Die nicht ganz reifen Früchte (Okra), von H. esculentus werden sowohl von den Eingeborenen als auch in Europa als Gemüse gegessen. Am wichtigsten sind aber die H.arten als Faserpflanzen. H. cannabinus liefert in Indien den bekannten Gambohanf , der eine juteähnliche Faser besitzt. In Java hat man seit einiger Zeit umfangreiche Kulturen angelegt und exportiert das Produkt als Javajute. Auch H. sabdariffa wird wegen seiner Fasern, die unter dem Namen Rozelle bekannt sind, in Indien kultiviert. Der Bast von H. elatus, einem Baum Westindiens, findet als Cubabast Verwendung zur Herstellung von Hüten und zum Einwickeln von Zigarren. Die zuerst genannten Arten finden sich neben anderen auch im ganzen tropischen Afrika und werden von den Eingeborenen nach den verschiedenen Richtungen hin genutzt.

Voigt.